Intimität
SIERAAD ART FAIR, die jährlich stattfindende internationale KUNSTMESSE für Schmuckkünstler findet in der
Zeit vom 6. bis zum 9. November 2008 in der Westergasfabriek in Amsterdam statt.
SIERAAD ist eine internationale Messe für zeitgenössische Schmuckkunst und zeitgenössisches Silberdesign.
SIERAAD ist die einzige großangelegte Plattform, zu der ein internationales Forum von Gestaltern und Künstlern
hochwertigen Silbergeräts und führender, zeitgenössischer Schmuckkunst mit Besuchern, Kunstkennern und
Sammlern aufeinander trifft und Geschäfte tätigt.
Auch in diesem Jahr wird wieder unter dem Begriff New Traditional Jewellery® ein Wettbewerb ausgeschrieben,
dessen Thema diesmal "Intimität" lautet. Nominierte Entwürfe werden während der Messe SIERAAD zu sehen sein.
Die Fachjury der New Traditional Jewellery (NTJ) hat für den Designwettbewerb und die Ausstellung 2008 das Thema
"Intimität" gewählt.
Nach der Thematik historischer Schmuck als Bestandteil traditioneller Trachten 2006 sowie "Zeichen des Glaubens"
(Symbols of Faith), dem globalgesellschaftlich relevanten Thema des Jahres 2007, bei dem Schmuckkünstler
eingeladen und herausgefordert waren, ihrer Sicht auf den Glauben und/oder auf institutionalisierte Religionen eine
Form zu verleihen, hat sich die Jury jetzt wieder für ein sehr persönliches Thema entschieden.
Intimität und Schmuckkunst sind bereits seit Jahrhunderten unauflöslich miteinander verknüpft.
Bereits das Tragen eines Schmuckstücks auf der bloßen Haut ist ein intimer Akt.
Intimität kann im Design des Schmucks liegen.
Die Materialwahl kann intim sein; so haben einige Mineralien und Edelsteine ausgesprochen intime und sogar
erotische Bedeutungen.
Intimität kann im historischen Ausgangspunkt/der Inspiration des Schmucks liegen.
Intimität kann mit der Körperstelle zusammenhängen, an der er getragen wird.
Ein Schmuckstück ist zwar nicht immer sichtbar aber doch fühlbar und somit präsent.
Intimität hat für die Jury die Bedeutung: liebevoll, innig, vertraut und geheimnisvoll.
Die Auslegung des Themas "Intimität" möchten wir auf positive Weise verstanden wissen. Weil frühere
Designwettbewerbe und die oben genannten Themen Fallen aufwiesen, machen wir darauf aufmerksam, dass
Trauer, Verlust, Tod 2008 außen vor bleiben sollen.
Erotik und Sexualität jedoch sind mit den Grundbedingungen des Themas vereinbar.
Einsendungen für "Intimität" New Traditional Jewellery 2008 müssen tragbar sein.
Es muss eine Inspirationsquelle aus der Schmucktradition vorhanden sein.
Die Erläuterung und Präsentation der Inspirationsquelle anhand eines Fotos sowie eine Erklärung zur Übersetzung in
ein neues Schmuckstück ist Bestandteil der Wettbewerbsbedingungen.
Einsendungen müssen einer alten Geschichte ein neues Kapitel hinzufügen. Die Grundbedingungen des
Designwettbewerbs (neue Formen, die aus vorhandenen, bedrohten und/oder verloren gegangenen Traditionen
entstehen) bedeuten nicht, dass ein gegenständliches Vorbild vorausgesetzt wird. Die Jury möchte ausdrücklich
betonen, dass sich zwar die Idee, aber nicht unbedingt die äußere Form auf die Vergangenheit zurückführen lassen
muss.
Die Einsendungskriterien müssen berücksichtigt werden.
Die Fachjury hält sich bei der Nennung von Beispielen für den historischen Hintergrund intimen Schmucks zurück. Es
wird darauf hingewiesen, dass die im Weiteren genannten Beispiele auf keinerlei Weise mit den Erwartungen der
Fachjury in Zusammenhang gebracht werden können. Was eventuelle Erwartungen betrifft, verweist die Fachjury auf
die oben genannten Punkte.
In den Diskussionen, die die Mitglieder der Fachjury miteinander über die mögliche Vielfalt des Themas Intimität für
NTJ 2008 geführt haben, liegt beispielsweise sehr viel Inspiration bei:
Keuschheitsgürteln, Freundschaftsringen, Piercings, Gravuren, Medaillonformen und Schmuck aus menschlichem
Haar; der alten japanischen Tradition des Inro, Netsuke und Ojime; zweiseitigen indischen Colliers und Anhängern
der Maharadschas, bei denen die Seite, die auf der Haut getragen wurde, mit kostbaren Darstellungen und Texten
versehen war; den "Liebesbriefen" (Perlenarbeiten, Broschen und Hänger in Geheimsprache) der südafrikanischen
Xhosa und Zulu. Aus der Schmuckgeschichte sind allerlei tragbare kleine Behälter (wie in Ringen oder an Ketten) für
persönliche, wertvolle Briefchen und ähnliches bekannt. Schmuck als Dessous oder Dessous aus Schmuck.
Penisfutterale gehören genauso hierher wie Herrenuhren aus früheren Zeiten mit verborgenen erotischen
Darstellungen.
Die Fachjury empfiehlt den Teilnehmern, Museen zu besuchen und Nachschlagewerke zu Rate zu ziehen. Tauchen
Sie in die Vergangenheit ein und kommen sie mit etwas Neuem wieder hervor! ÜBERRASCHEN SIE UNS!
Im Namen der Fachjury wünscht die Geschäftsführung der Jury und von NTJ allen Teilnehmern viel Inspiration und
Erfolg!!
> SIERAAD Art Fair
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 Fotograf: Francis Willemstijn |